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Wegbeschreibung



Neanderthal Museum
Talstraße 300
40822 Mettmann
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Di. bis So. 10–18 Uhr.
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San Quintín de Mediona



Die Travertine von San Quintín de Mediona in der Provinz Barcelona bieten auf einer Strecke von etwa 2 km ein reiches Ensemble steinzeitlicher Abrifundstellen. An den Fundstellen Mediona I, La Canyada, Can Costella und La Boria konnten zwischen 1987 und 1997 mittelpaläolithische Besiedlungen durch Ausgrabungen untersucht werden.

Die mittelpaläolithische Besiedlung im Tal von San Quintín de Mediona ist erstmals zwischen 90.000 und 80.000 BP archäologisch fassbar. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich durch Erosion der großen Travertindämme, die das Tal querten, an den Talflanken im Travertin Abris und kleine Höhlen gebildet mit vorgelagerten Sedimentkegeln. In diesen Hangbereichen mit unmittelbarem Zugriff zum Fluss oder kleinen Wasserbecken siedelten die Menschen des Mittelpaläolithikums. In Can Costella liegt eine Besiedlung aus der Endphase der Isotopenstufe 5 vor.

In Mediona I liegt eine lange Abfolge von mindestens sieben Besiedlungsschichten vor. Sie beginnt in der Isotopenstufe 5 und reicht bis in die Phase 4 und womöglich darüber hinaus. Die späte Datierung der oberen Fundhorizonte in eine kühle Klimaphase wird auch durch Decksedimente der Abfolge, die aus einem Lößlehm gebildet werden, wahrscheinlich gemacht. Neben Steinartefakten und Jagdbeuteresten konnten Feuerstellen und weitere Siedlungsstrukturen erkannt werden. ESR-Datierungen an verbrannten Feuersteinen ergaben ein Alter der unteren Besiedlungen in Mediona I zwischen 84.000 und 62.000 Jahren vor heute. Noch unklar ist die Zeitstellung der Besiedlung in La Boria. Hier zeigt sich am deutlichsten die Verzahnung von menschlicher Besiedlung und Travertinbildung. Die Besiedlung erfolgte auf Travertinsanden älterer Beckenfüllungen und wahrscheinlich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Stillwasser- becken. Ab etwa 40.000 BP setzt im Tal erneut eine starke Erosion ein, die eine weitere Eintiefung des Tales um 15 m bewirkte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt reißt der archäologische Nachweis eine Besiedlung des Tales durch den Menschen ab. Erst mit dem Holozän sind wieder archäologische Spuren einer menschlichen Besiedlung im Tal auffindbar.

Die Untersuchungen wurden in Zusammenarbeit mit der Universitat Autònoma de Barcelona, dem Arbeitsbereich Archäobiologie der Universität Tübingen, dem Institut für Geographie und Geoökologie der Universität Karlsruhe sowie dem DAI Madrid durchgeführt. Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungs Gemeinschaft gefördert. Die Auswertung der Ausgrabungen dauert noch an.